Aktive Sozialraumbeeinflussung für ein Empowerment der smarten Modernisierung im (öko)sozialen Wohnbau

01.05.2017 bis voraussichtlich 30.04.2020

Ausgangssituation

Seit einigen Jahren findet die aktive Sozialraumgestaltung als Werkzeug der Stadtentwicklung sowie -planung wachsende Aufmerksamkeit, wobei die Beteiligung und Inklusion von Zielgruppen im Fokus steht.
Das Projekt Empower Citizens basiert auf der Hypothese, dass durch eine aktive Sozialraumbeeinflussung ein Empowerment von technischen Innovationen und Investitionen sowie Veränderungen des NutzerInnen-Verhaltens im urbanen Raum ermöglicht werden. Charakteristisch dafür sind nicht die Bevormundung und das Vorsetzen von Lösungen, sondern die Sensibilisierung der BewohnerInnen für Problemstellungen sowie das Vermitteln von Zusammenhängen. Auf dieser Basis können dann gemeinsam mit ExpertInnen die Entwicklung von integralen Lösungsansätzen, die unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen (soziale, ökonomische, ökologische), durchgeführt werden. Am Ende des Prozesses soll eine von allen Seiten akzeptierte und umsetzbare Lösung stehen sowie eine Strategie vorhanden sein, wie diese finanziert und möglichst nachhaltig genutzt werden kann.
Die südburgenländische urbane Region Pinkafeld (ca. 13.000 EinwohnerInnen) möchte daher über eine aktive Sozialraumgestaltung die Lebensqualität und die ökosoziale Nachhaltigkeit im Wohnbau durch eine Modernisierung mit besonderem Fokus auf technische Innovationen wesentlich steigern.

Problemstellungen

  1. Technische Innovationen müssen für die angedachte Zielgruppe des ökosozialen Wohnbaus ein besonderes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.
  2. Soziale und methodische Problemstellungen bestehen vor allem in der Herstellung und Aufrechterhaltung des Kontakts zu den BewohnerInnen, der Entwicklung sowie dem Abgleich gemeinsamer Vorstellungen und Lösungen sowie dem Aufrechterhalten der geschaffenen Verbindlichkeiten sowie der Kommunikationskanäle auch über die Projektlaufzeit hinaus.
  3. Bei der Umsetzung der Innovationen ergeben sich weitere technische und ökonomische Problemstellungen: Wer bestimmt, welche Lösungen umgesetzt werden? Wie können Lösungen für einzelne Gruppen individualisiert werden? Wie können Synergieeffekte möglichst effizient genutzt werden? Wer darf diese Maßnahmen betreiben? Wer führt die Wartung und Koordination durch? Wie erfolgt die Finanzierung/Bezahlung? Wer haftet hierfür?

Ziele

Gegenstand des Projekts ist die partizipative Modernisierung im ökosozialen Wohnbau in der Kleinstadt Pinkafeld (Südburgenland) über die Umsetzung von technischen Innovationen, wie z.B. einem integrativen Low-cost Energiemanagement (siehe Abbildung), neuartigen Gebäude- und Energietechnologien, sowie neuen Finanzierungs- und Geschäftsmodellen. Neben der optimierten Verwendung von Energie soll dabei der NutzerInnenkomfort erhöht werden und weitere Zusatznutzen gemeinsam mit den BewohnerInnen erarbeitet werden (z.B. Sicherheit, Ambient Assistant Living, …).

Methodik

Über einen besonders umfassenden Partizipationsprozess soll ein Living-Lab geschaffen werden, das die typischen Phasen einer aktiven Sozialraumbeeinflussung durchläuft (Interessenten-, Planungs-, Umsetzungs- und Wohnphase im sozialen Wohnraum). Die Detailerarbeitung und der Testbetrieb des wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Lösungsansatzes erfolgt somit im Einklang mit den BewohnerInnen.
Die Modernisierung soll in 6 bereits festgelegten Sanierungsvorhaben in der Kleinstadt Pinkafeld umgesetzt werden. Durch partizipative, unterschwellige Aktivitäten (z.B. Urban Gardening, Kabaretts, Volksfeste, Gemeinschaftshöfe, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsküche, Autopool, Gemeinschaftsgeräte, Gemeinschaftswerkstatt, Nachbarschaftshilfe, Fahrgemeinschaften, Jugendräume, gemeinsame Grünflächen, Bewegungs- und Begegnungszonen. etc.) erfolgt eine aktive Sozialraumbeeinflussung, ohne dass die BewohnerInnen bevormundet werden.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse

  • Realistische Lösungsansätze zur Modernisierung des sozialen Wohnbaus in Kleinstädten
  • Testanwendungen
  • Fundierte, experimentell erfasste Aussagen über Potenzial und Nutzbarkeit der aktiven Sozialraumbeeinflussung zur Modernisierungen im ökosozialen Wohnbau
  • Erfahrungen / Barrieren / Erfolgsfaktoren
  • Konzept zur eigenständigen Weiterführung nach Projektende

Projektpartner

  • TBH Ingenieur GmbH
  • Forschung Burgenland GmbH
  • Stadtgemeinde Pinkafeld
  • Herz Energietechnik GmbH
  • BZR Controls GmbH


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "Smart Cities Demo – 7. Ausschreibung“ durchgeführt.