LoadshiftARA: Lastverschiebung in der Abwasserreinigung – Kommunale Kläranlagen als Bestandteil smarter Energiesysteme

01.03.2014 bis 28.02.2015

Mit steigendem Anteil der dezentralen Stromerzeugung nehmen auch die damit verbundenen Auswirkungen auf das Gesamtsystem „Stromnetz“ zu - das System muss an die neue Erzeugerstruktur angepasst werden. Dabei gewinnt der Aspekt Lastmanagement zunehmend an Bedeutung. Auch die elektrischen Verbraucher sowie (dezentralen) Erzeuger (PV-Anlagen, BHKW auf Klärgasbasis) von kommunalen Abwasserreinigungsanlagen können in ein Lastmanagement eingebunden werden, da einzelne Prozesse der Abwasserreinigung sowie der Betrieb von Klärgas-BHKW in einem gewissen Maß flexibel hinsichtlich der Betriebsweise sind.

Bislang gibt es kaum Praxiserfahrungen mit der Realisierung von Lastverschiebung im Bereich der Kläranlageninfrastruktur. Diese sind aufgrund der Rahmenbedingungen komplex, da bei der Abwasserreinigung vordringlich auf die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte zu achten ist. Da aerobe biologische Prozesse entscheidend für den Erfolg der Abwasserbehandlung sind, ist es nicht möglich einzelne Prozesse beliebig ein- und auszuschalten, möchte man nicht den Reinigungserfolg gefährden. Einige Österreichische Studien sehen in diesem Bereich einen erheblichen F&E-Bedarf.

Das gegenständliche Projekt zielt darauf ab, Lastverschiebungspotenziale in Kläranlagen bzw. bei einzelnen Abwasserreinigungsprozessen zu identifizieren und darauf aufbauend technische Lösungsvorschläge auszuarbeiten um diese Potenziale nutzbar zu machen sowie die möglichen Beiträge dezentraler Erzeuger bei Kläranlagen zur Entlastung der Netze und zu Lastverschiebungen zu analysieren. In engem Kontakt mit Betreibern von Kläranlagen sowie Energieversorgern sowie deren Beteiligung bei Workshops werden folgende Ziele bzw. Ergebnisse angestrebt:

  • Erarbeitung der technischen Machbarkeit (Sondierung) für die Durchführung von Lastverschiebungsmaßnahmen bei kommunalen Kläranlagen.
  • Erhebung von Lastverschiebungspotenzialen einzelner Teilprozesse von unterschiedlichen Kläranlagentypen.
  • Erarbeitung von technischen Lösungsvorschlägen für einzelne Teilprozesse, die im Sinne einer hohen Multiplizierbarkeit standardisierbar, kostengünstig und praxisgerecht sind.
  • Darstellung der bestmöglichen Einbindung betriebseigener Stromerzeugungsanlagen.
  • Formulierung von Handlungsempfehlungen für ökonomische und rechtliche Anreize für Lastverschiebungen im Bereich der Kläranlageninfrastruktur.

Insbesondere die Ergebnisse hinsichtlich der Machbarkeit technischer Lastverschiebungs-Lösungsansätze für einzelne Prozesse der Abwasserreinigung stellen die Basis für folgende Projekte der industriellen Forschung dar und tragen dazu bei, dass lastverschiebende Kläranlagen zu einem integralen Bestandteil zukünftiger smarter Energiesysteme werden.

Projektpartner

  • Nowak AbwasserBeratung
  • Wastewater Solutions Group GmbH



Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „e!Missi0n.at“ durchgeführt.