Smart City Tulln - Entwicklung der Tullner Industrie zu einer multifunktionalen und integrativen Energie- und Mobilitätszelle der Stadt

01.03.2016 bis voraussichtlich 30.04.2017

Ausgangssituation & Problemstellung

Die meisten Industriestädte leiden heute unter den Planungsfehlern der Vergangenheit, wobei dies auch auf das Projektzielgebiet Tulln zutrifft. Die Gestaltung von urbanen, qualitativ hochwertigen Industrie- und Lebensräumen des 21. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Umweltschutz, Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit steht daher einer großen Herausforderung gegenüber.

In der klassischen Stadtentwicklung wurden die Detailebenen und Sektoren (z. B. Energiestandards, Mobilität, Bau, Infrastruktur, Industrie, etc.) meist nur getrennt betrachtet. Eine konkrete Interaktion hat in der Vergangenheit nicht stattgefunden. Dies führte zu Planungsfehlern und suboptimalen Konzepten, bei welchen Synergien ungenutzt blieben.

Motivation & Innovation

Die Erzielung einer „smarten Industrieregion“ bedarf neuer inter- und transdisziplinären Ansätze für vernetzte Systeme (Industrie ↔ umliegende Stadt). Entsprechend den umfassenden Erfahrungen des Konsortiums in Stadtentwicklungsprojekten, muss die zukünftige „smarte Industriestadt“ daher eine integrale Vernetzung aller Disziplinen, Akteure, Technologien und Stadtentwicklungsmethoden aufweisen. Der Projekt-Ansatz forciert unter anderem eine intensive Partizipation durch zahleiche Abstimmungsgespräche, NutzerInnen-Konferenzen und einem Advisory Board und soll dadurch Möglichkeiten zur Interaktion von verschiedenen Beteiligten und deren Interessen, Sichtweisen und Kenntnissen ermöglichen. Weiters werden über den Einsatz von innovativen Technologien (z.B. Niedrigexergie-Wärmerückgewinnung aus industriellen Prozessen oder Abwasser, intermodale Mobilitätsstationen, ökologisches Transport-Zentrum, intelligentes Energiemanagement und industrielle Lastverschiebung, etc.) neue Wege in der Kommunalentwicklung beschritten. IndustryHUB Tulln soll sich dadurch von bisherigen Ansätzen klar unterscheiden.

Geplante Ergebnisse

  • Erstellung von sektorübergreifenden Lösungsszenarien in Interaktion mit allen (potenziellen) NutzerInnen (Bevölkerung, Industrie, Stakeholder)
  • Systemübergreifende Potential- und Umfeldanalyse (Beschreibung der lokalen Industrie, Erhebung und Analyse des Energieverbrauchs, Abschätzung zukünftiger Entwicklungen und Herausforderungen)
  • Erhebung der Einsatzmöglichkeiten innovativer Technologien
  • Kennwerte bezüglich des Raumbedarfs, des Flächenverbrauchs, des Energiebedarfs, der (industriellen) Stoffströme sowie auch mobilitätsbedingte Ressourcen- und Raumerfordernisse auf Stadtebene
  • Umsetzungskonzept für die angedachten, technischen Ansätze zur Einbindung der Industriebetriebe in ein intelligentes Energie- und Mobilitätssystem der Stadt Tulln.
    Beispiele dazu sind:
    • Industrielle Abwärmenutzung sowie Integration in das städtische Wärmeverteilsystem
    • Intelligentes, industrielles Energiemanagementsystem im Kontext der umgebenden Stadt
    • Smarte Lösungen für den Betriebs- und Arbeitsverkehr.
    • Verschiedene Lösungsansätze hinsichtlich (Energie)Raumplanung mit industrieller Schwerpunktsetzung

Projektpartner

  • Stadtgemeinde Tulln
  • TullnEnergie
  • im-plan-tat Raumplanungs GmbH & Co KG
  • Fachhochschule St.Pölten ForschungsGmbH
  • SSP Energieeinsparung-Erneuerbare Energie BeratungsgesmbH
  • Verein fahrvergnügen.at


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „SMART ENERGY DEMO – fit4set“ durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.smartcities.at.