Smart Urban Industry - Urbane Industrie als integraler Bestandteil eines intelligenten und vernetzten städtischen Mobilitäts- & Energiesystems

01.10.2015 bis 31.03.2017

Aufgrund des steigenden Grades der Urbanisierung konzentrieren sich die Ursachen für globale Probleme, wie Ressourcenverknappung und Klimawandel zunehmend in den Städten. Insbesondere urbane Industrieregionen sind Brennpunkte von Ressourcenverbrauch und Emissionen. Die Herausforderungen für Planer und Entscheidungsträger hinsichtlich der Entwicklung von Industriestädten liegt dabei in der integrativen Vernetzung der ansässigen Betriebe mit den umliegenden Stadtquartieren. Dabei gilt es im Sinne einer innovativen, ressourcenschonenden und nachhaltigen Stadtentwicklung die Aspekte Raumplanung, Gebäude, Energieversorgung und Mobilität zu berücksichtigen. Diese integrative Berücksichtigung energetischer, räumlicher und mobilitätsbezogener Gesichtspunkte wurde in der Entwicklung von Industriestädten bislang kaum umgesetzt, da die Industrie bisher als „Insel“ und deshalb weitgehend isoliert betrachtet wurde.

Anhand des konkreten Beispiels der Industriestadt Weiz versucht Smart Urban Industry die vorhandenen industriellen Synergiepotenziale bestmöglich im Kontext mit dem Gesamtsystem Stadt zu nutzen und hinsichtlich der Bereiche Energieeffizienz, Raumplanung und Mobilität zu optimieren.

Im Zuge des Projektes werden systemübergreifende Ansätze für die intelligente Einbindung der in Weiz ansässigen Industriebetriebe in das städtische Energiesystem ausgearbeitet. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung von Maßnahmen für die folgenden drei Bereiche:

  • Ressourceneffiziente Erschließung eines neuen Industriegebietes
  • Entwicklung smarter Mobilitätskonzepte insbesondere für den Berufs- und Güterverkehr und
  • Systemübergreifende Energieversorgung: Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes durch Nutzung von Synergien der industriellen Abwärme

Es erfolgt eine umfassende Analyse des Status Quo der Stadt in Bezug auf vorhandene Stadtentwicklungskonzepte, bestehende Energie- und Mobilitätsysteme sowie der ansässigen Industriebetrieb und deren Synergiepotenzials (z.B: Nutzung industrieller Abwärme). Basierend auf der Erfassung der Grunddaten forciert der Smart Urban Industry Ansatz einen breit angelegten Partizipationsprozess (u.a. 3 Workshops und Etablierung eines Advisory Boards), der die Anforderungen und Bedürfnisse der relevanten Akteure (Bevölkerung, Industrie, Stakeholder etc.) erfasst und in der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen berücksichtigt, um eine hohe NutzerInnen-Akzeptanz zu erreichen. Um die für eine nachfolgende Umsetzung relevanten Maßnahmen identifizieren zu können, erfolgt eine Beurteilung der Maßnahmen anhand der Kriterien Innovationsgehalt, Realisierbarkeit und Finanzierung. Schlussendlich liegen 3 bis 4 ausgewählte Maßnahmen vor, für die im Zuge des gegenständlichen Projektes Aktionspläne ausgearbeitet werden.

Die übergeordneten Ziele der Sondierung Smart Urban Industry sind:

  1. die Erarbeitung von systemübergreifenden Ansätzen für die Entwicklung eines neuen Industriegebietes in Weiz, sowie
  2. die integrative Vernetzung der bestehenden Industrie mit dem umgebenden Stadtgebiet aus energetischer, räumlicher und mobilitätsbezogener Sicht

Am Ende des Projektes soll eine besonders umsetzungsrelevante Grundlage für Demonstrationsprojekte sowohl im Bereich der bestehenden, als auch der neu anzusiedelnden Industrie vorliegen.

Smart Urban Industry soll die folgenden Ergebnisse liefern:

  • Systemübergreifende Ansätze zur integrativen Vernetzung der Industrie mit dem System Stadt (Beschreibung der raumplanerische, energierelevanten und mobilitätsbezogene Rahmenbedingungen / Anforderungen)
  • Überarbeitete bzw. für die Industriestadt Weiz angepasste Vision und Roadmap
  • Aktionspläne für die umzusetzenden Maßnahmen in den drei Bereichen (1) Industriegebiet neu, (2) Smarte Mobilitätskonzepte und (3) Systemübergreifende Energieversorgung
  • Arbeits-, Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplan für das Demonstrationsprojekt
  • Erfahrungen / Barrieren / Erfolgsfaktore

Projektpartner

  • Stadtgemeinde Weiz
  • Weizer Energie- Innovations- Zentrum GmbH
  • Weitzer Holding GmbH
  • Pichler Gesellschaft m.b.H.
  • Fernwärme Weiz GmbH
  • Ingenieurbüro DI Johann Rauer
  • Triotronik Computer und Netzwerktechnik GmbH


Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „SMART ENERGY DEMO – fit4set“ durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.smartcities.at.