Projektbeschreibung

Zielsetzung und Hintergrund

In ganz Europa ist die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden zu einer zentralen Priorität geworden, um Klimaneutralität zu erreichen, die Energiesicherheit zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Die Gebäudesanierung spielt bei diesem Wandel eine zentrale Rolle, doch die Planung und Umsetzung von Sanierungsprogrammen stellt nach wie vor eine komplexe Herausforderung dar. Die Verbesserung der Energiesicherheit durch höhere Effizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Anpassung der bebauten Umwelt an den Klimawandel ist europaweit zu einer dringenden Priorität geworden.

Die Gebäudesanierung ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Wandels. Über Energieeinsparungen hinaus können gut konzipierte Sanierungs-programme den Wohnkomfort verbessern, die soziale Gerechtigkeit stärken und langfristige ökologische und wirtschaftliche Vorteile bringen. Um diese Ergebnisse zu maximieren, muss das Sanierungs-potenzial nicht nur auf der Ebene einzelner Gebäude, sondern auch in ihrem weiteren räumlichen Kontext – auf der Ebene der Stadtviertel und des gesamten Gebäudebestands – bewertet werden.

REAHUB begegnet dieser Herausforderung mit einem integrierten Rahmenkonzept, das Bewertungen auf Gebäudeebene mit Analysen auf städtischer Ebene verknüpft. Es funktioniert als bidirektionales Lern-system, das auf einem ineinandergreifenden Handlungsablauf basiert:

  • Die Bestandsanalyse ermittelt, wo Sanierungsmaßnahmen die größte Wirkung erzielen, und unterstützt die Festlegung koordi-nierter Sanierungsstrategien.
  • Maßnahmen auf Gebäudeebene setzen diese Strategien in einzelnen Gebäuden um. Die daraus resultierenden Leistungs-daten und praktischen Erfahrungen tragen dazu bei, künftige Bewertungen zu verbessern, Aktualisierungen von Vorschriften und Normen zu voranzutreiben sowie die Daten und Methoden zu stärken, auf denen die Sanierungsplanung basiert.

Die technische Lösung von REAHUB

Die EU strebt im Rahmen der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) eine Beschleunigung der Sanierungsmaßnahmen an, doch fragmentierte Informationen und voneinander getrennte Instrumente bremsen die Umsetzung weiterhin.

REAHUB schließt diese Lücke durch einen integrierten Rahmen, der Analysen auf städtischer Ebene mit Sanierungsentscheidungen auf Gebäudeebene verknüpft. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und bündelt Daten, politische Maßnahmen und Bewertungs-systeme in einem kohärenten System, das eine einheitliche Entschei-dungsfindung über alle Verwaltungsebenen hinweg ermöglicht. Der Rahmen deckt den gesamten Sanierungszyklus ab, von der strategischen Planung und Priorisierung von Maßnahmen bis hin zur Finanzierung und Projektdurchführung. Dies wird durch eine digitale Plattform umgesetzt, die Kommunen, politische Entscheidungsträger, Fachleute, Investoren und Gebäudeeigentümer mit einem kohärenten Angebot an Tools, Dienstleistungen und Schulungsressourcen unter-stützt.

Brückenschlag zwischen städtischer und gebäudebezogener Ebene

REAHUB verbindet Prioritäten auf städtischer Ebene mit Maßnahmen auf Gebäudeebene und agiert dabei in zwei miteinander verknüpften Dimensionen. Das Rahmenwerk wird durch Pilotinitiativen in Österreich, Italien und Spanien validiert, wobei jeder regionale Kontext spezifische Merkmale aufweist. Es wird getestet, wie integrierte Daten und Bewertungsmethoden den Sanierungsprozess in der Praxis unterstützen können. Alle drei Pilotprojekten befassen sich mit zwei entscheidenden Herausforderungen:

  1. Verbindung von Sanierung mit Stadterneuerung und nachhaltiger Entwicklung: Erkennen, wo Sanierungsmaßnahmen vorrangig durchgeführt werden sollten und wie diese finanziert werden können. REAHUB kombiniert Daten aus Energieausweisen mit Kataster-, sozioökonomischen und Umweltinformationen, um eine umfassende Aufnahme des Gebäudebestands zu erstellen, einschließlich Typologie, Alter, Energieklasse und Energie-verbrauch. Dies ermöglicht die Identifizierung von Schwer-punktbereichen und Gebäudetypen, wie beispielsweise den energieineffizientesten Wohnsegmenten, und unterstützt gleich-zeitig Sanierungsstrategien, die zu übergeordneten Nachhaltig-keitszielen beitragen, darunter soziale Inklusion und die Revitalisierung benachteiligter Stadtteile.
  2. Integration mehrerer Zertifizierungssysteme für die Lebens-zyklusleistung von Gebäuden: Stärkung der Datenbasis für eine bessere Entscheidungsfindung. REAHUB integriert Energie-ausweise mit den Systemen „Smart Readiness Indicators“ (SRIs) und „Renovation Passport“ (RPs), indem standardisierte Verfahren zur Querverweisung und halbautomatische Verknüpfungen zwischen Datenbanken eingerichtet werden. Dies verbessert die Datenqualität, -zuverlässigkeit und -interoperabilität und ermög-licht die Einbindung von RP-Informationen in Energieausweis-Datenbanken und digitale Gebäudeprotokolle. Auf diese Weise trägt das Projekt zur Weiterentwicklung der Gebäudedatenbank gemäß Artikel 22, einschließlich der Berichtsprozesse an das Building Stock Observatory und die nationalen Gebäude-sanierungspläne bei.