Projektbeschreibung

Österreich plant, die Produktion von „grünem Gas“ bis 2030 massiv auszubauen. Während landwirtschaftliche Substrate gut etabliert sind, bleiben bedeutende kommunale Rohstoffströme weitgehend ungenutzt und kommunale Anlagenbetreiber wie Abfallwirtschaftsverbände sind bisher kaum in nationale Biomethanstrategien eingebunden, obwohl sie die Rohstoffe kontrollieren. Die Nichtnutzung dieser Rohstoffe hat mehrere Gründe: hohe Störstoffanteile in der Biotonne, schwankende Substratmengen und -qualitäten, fehlende systemische Integration, wirtschaftliche Unsicherheiten und unklare regulatorische Vorgaben (EGG ab 2026 erwartet).

Allein im Burgenland stehen rund 25.000 t/a an biogenen Abfällen zur Verfügung, von denen weniger als 5 % energetisch verwertet werden. Der Standort Großhöflein bietet durch bestehende Sammellogistik, Infrastruktur und Gasnetzanbindung ideale Rahmenbedingungen für eine kommunale Biomethananlage. Die Sondierung Biomethan_2_Grid prüft, ob eine netzeinspeisende Anlage technisch, ökologisch und wirtschaftlich machbar ist.

Die Innovation liegt bei drei Aspekten:

  • Technologisch: Neue Verfahren zur Störstoffentfrachtung und robuster Vergärung.
  • Systemisch: Optimierung von Sammlung, Logistik und Qualitäts-sicherung.
  • Organisatorisch: Positionierung der Abfallwirtschaftsverbände als neue Akteure der regionalen Energiewende.

Angestrebte Ergebnisse:

  • Belastbare Rohstoffpotenziale und Qualitätsdaten
  • Validierte Technologiekonzepte
  • Standortbezogenes Anlagenlayout
  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Sensitivitätsanalysen
  • Abschätzung der Klimawirkung
  • Risikoanalyse und Umsetzungsfahrplan

Das Projekt schafft die Grundlage für eine regionale, skalierbare Biogasstrategie, steigert die heimische Produktion erneuerbarer Gase und ermöglicht eine effiziente Nutzung kommunaler Abfallströme.

Projektpartner

  • Forschung Burgenland GmbH
  • Burgenländischer Müllverband
  • Kompost und Biogas Verband Österreich